Mein WM 2014

14.07.2014

Das Ausmaß der Marke "WM"

Bei diesem Turnier waren Nebenschauplätze so "interessant" wie noch nie.

Abseits des Platzes geschah viel während der WM.

Das eigentliche Geschehen auf dem Platz rückte schon fast in den Hintergrund: Der Trend der Ausweitung der WM in allen Bereichen wird sowohl von der Berichterstattung als auch von den Maßnahmen der FIFA bestätigt. "Kommerzialisierung bis zum geht nicht mehr" ist hier das Stichwort.

Nach dem WM-Finale zeigte man bei der ARD noch einmal den Platz auf dem zuvor ein 120-minütiger Kampf geboten wurde. Lukas Podolski kickte noch etwas mit seinem Sohn Louis Gabriel auf ein Tor. Der Profi-Fußballer stand im Tor und sein Nachfolger schoss ein paar Mal. Einige der Elfmeter ließ der stolze Vater natürlich durch. Symbolisch für die WM steht dieses Gekicke keinesfalls. Deutschland präsentierte sich über weite Strecken als ein starkes und auf den Punkt eingestelltes Team. Wahrscheinlich auch deswegen mussten die Jungs von Jogi Löw nie in einem Elfmeterschießen antreten. Die körperliche Fitness und die Erfahrenheit des Teams bezwangen den Gegner in der KO-Phase immer, auch wenn es erst nach 120 Minuten war.

Jedoch stand das Gekicke zwischen Poldi und seinem Sohn für den Spaß und den Zusammenhalt, den die deutsche Nationalmannschaft während der vier Wochen in Brasilien zeigte. Abseits des Platzes hätte man fast gedacht, die Deutschen versprühen einen europäischen „Joga Bonito“, den Brasilianer sonst immer in anderen Ländern ausleben zu wussten. Man zeigte sich lachend mit den Einheimischen und den eigenen Mannschaftskameraden. Die fröhlich getwitterten Fotos der Spieler nahmen ein unglaubliches Ausmaß an, dass man fast denken könnte, der Fußball spielt nur noch eine Nebenrolle.

Dieser Trend zu immer weiter öffnenden Nebenschauplätzen bestätigt auch die Kommerzialisierung der Marke „WM“, zugelassen durch die FIFA. Die Berichterstattung des Fußballerischen reduzierte sich auch auf einen geringen Teil des Gezeigten. Da kam dann schon Freude auf, dass das deutsche Team für genug Schlagzeilen auf dem Spielfeld zu sorgen wusste. Doch bei all der Kritik an dem angenommenen Ausmaß sind wir doch alle froh, dass es dieses fußballerische Großereignis gibt, auch wenn die Pause von vier Jahren gerechtfertigt ist. Einerseits um den Spielern die Regenerationszeit und andererseits uns die Pause vom Informationsüberschuss zu gönnen.

Autor: Lukas Hottelmann

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