Mein WM 2014

09.07.2014

#vierterstern: Der Duft des WM-Erfolges

Ein Erlebnisbericht

Unwohlsein, Nervosität und ein Hauch Vorfreude durchzogen am gestrigen Abend gegen 21:30 Uhr meine Glieder. Eine halbe Stunde noch, dann würden wir die Gastgeber in die Knie zwingen. Dass es zu einem brasilianischen Kniefall kommen würde ahnte zu diesem Zeitpunkt noch keiner.

Der Morgen danach: Das Handy klingelte verzweifelt, fast schon flehentlich, um mich zur Arbeit zu schicken. Gefühlt hatte ich das Dudeln dreimal weitergestellt. War es die Angst, dass es nur ein schöner Traum war oder jenes behagliche Dauergrinsen, welches mich die ganze Nacht verfolgte? Ein Stück weit spielten sicherlich auch die sieben Kurzen eine Rolle, welche sich bei jedem deutschen Tor zeitweise zum minütlichen Ritual erhoben.

Die Bahnfahrt zur Arbeit avancierte zu einem Tanz zwischen weiterhin alkoholisierten Menschen – zwischen Glücksschweiß und den Ausdünstungen der nächtlichen Getränke. Dies ist keineswegs despektierlich gemeint, wenn so der WM-Erfolg riecht, dann lass ich mir ein Parfüm machen.

Zum Spiel: „Wir sind soweit!“

Unfassbarer Endstand: SIEBEN zu eins gegen Brasilien!

Ich beginne mit der 29. Minute und lasse die Worte des 11 Freunde-Livetickers sprechen: „5:0. Was ist das? Ein Ergebnis? Ein Traum? Ein Albtraum? Man will jubeln, aber man schafft es nicht: keine Luft, kein Blut, kein Glaube an das, was man sieht: Khedira trifft in der 29. Minute zum 5:0 gegen Brasilien. In einem WM-Halbfinale. Wir ersaufen in einem Strudel aus Fassungslosigkeit, Ehrfurcht und Mitleid mit dem Gegner. Und in diese schreckliche Begräbnisstille von Belo Horizonte hinein singen die mitgereisten Schlachtenbummler: »Oh wie ist das schön.« Fußball: Was hast du mit uns vor?“ Danke für die vielen schöne Zeilen!

Treffender hätte es nicht beschrieben werden können. Jubel, Freude – na klar! Aber auch ungläubiges Entsetzen vor dem, was sich dort abspielt. Ich hatte kein Mitleid mit den Brasilianern, 2006 – Halbfinale, 119. Minute, Italien! Wir sind soweit! Nur noch dreimal schlafen, dann sitzen wir wieder wie kleine Kinder vor dem Tannenbaum, packen die erste Eisenbahn aus und erleben dieses Gefühl von Glückseligkeit. #vierterstern

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