Mein WM 2014

10.07.2014

Warum europäische Mannschaften bei der WM so früh nach Hause fuhren

Eine sportärztliche Sicht auf die Auswirkungen der Hitze auf den Körper der Spieler.

Marco Congia klärt über sportärztliche Fragen auf.

Wer die letzten WM-Spiele aufmerksam beobachtet hat, kommt um diese Frage nicht herum: Warum ist Europa in der Weltmeisterschaft so schwach? Zu dieser Thematik gibt es eine Vielzahl von Spekulationen und Theorien, welche vom ungewohnten Klima in Brasilien bis hin zur überragenden Stärke der Südamerikaner reichen. Trotz aller Hypothesen gerät eine wichtige Annahme in den Hintergrund der Experten: Das Zusammenspiel vom Mineral- und Elektrolythaushalt der Leistungssportler, welches insbesondere bei der extrem hohen Luftfeuchtigkeit in Brasilien Beachtung finden muss.

So sind für die Funktionen im Körper, insbesondere zum Zeitpunkt der Be- und Entlastung, die zur Verfügung stehenden Mineralien von größter Bedeutung. Mineralstoffe sind Bestandteil des Hartgewebes und für den Aufbau von Knochen und Zähnen entscheidend verantwortlich. Von Elektrolyte kann hingegen gesprochen werden, wenn die Mineralstoffe eine elektrische Landung tragen und sich in gelöster Form befinden. Elektrolyte dienen dazu, die Gewebespannung, den Wasserhaushalt, den pH-Wert sowie den osmotischen Druck zu regulieren und aufrecht zu erhalten. Extreme Belastungen können dazu führen, dass der Elektrolythaushalt empfindlich gestört wird, mit der Folge, dass es zu Unterversorgungen und Funktionsstörungen kommt.

Ein leistungsorientiertes Training führt zu einem erhöhten Schweißverlust, so dass Mineralstoffe verloren gehen und eine Supplementierung mit Elektrolyte notwendig ist. Der Sport-Physiotherapeut Marco Congia rät daher zu einem adäquaten Ersatz von Wasser und Elektrolyten, um die Leistung über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten zu können und der Elektrolytentgleisung entgegen wirken zu können. Für extreme Belastungssituationen, wie sie bei der WM zu finden sind, reicht jedoch ein herkömmliches Mineralwasser nicht mehr aus. Das Trinken von viel Wasser, welches nur wenige Mineralien enthält, führt zu einem erheblichen Mineralstoffmangel und im schlimmsten Fall zu einer Überwässerung des Körpers. Congia schlägt daher vor, in Belastungssituationen auf isotonische Getränke zu setzen. Diese enthalten neben den benötigten Mineralstoffen auch noch Kohlenhydrate, die für schnell verfügbare und anhaltende Energie sorgen.

Autor: Marco Congia

Kommentieren

Vermarktung:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe